Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Leben im Frankfurter Ghetto

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Dauerausstellungen Jüdisches Museum
Juden in Frankfurt 1100 – 1800
Leben im Frankfurter Ghetto

Mehr als dreihundert Jahre mußten die Frankfurter Juden isoliert von der Mehrheitsgesellschaft in ihrer Judengasse leben, von ihrer Einrichtung 1462 bis zu ihrer praktischen Auflösung 1796 unter dem Einfluß der Französischen Revolution. In dieser Zeit bemühten sich die Frankfurter Juden, die Diskriminierungen und Beschränkungen der Frankfurter Judenordnung allmählich aufzulockern.

Demgegenüber war die christliche Bürgerschaft aus tiefverwurzelter Feindschaft und Verachtung sowie aus Handelsneid bestrebt, die beengten Lebensbedingungen der Juden aufrechtzuerhalten, wenn nicht zu verschärfen.

Blick in den Ausstellungsteil „Leben im Frankfurter Ghetto”

Blick in den Ausstellungsteil „Leben im Frankfurter Ghetto”


Das Anwachsen der jüdischen Bevölkerung und ihre zunehmende Betätigung im Handel stieß bei der christlichen Bevölkerung Frankfurts auf erheblichen Unmut, den der durch seinen Hochmut und seine Mißwirtschaft unbeliebte Rat bald nicht mehr dämpfen konnte.

Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung mit den Zünften, die eine stärkere Beteiligung an der Stadtregierung forderten, wurde die Judengasse gestürmt und geplündert. Die Frankfurter Juden wurden aus der Stadt vertrieben.

Die Rädelsführer um Vinzenz Fettmilch wurden daraufhin vom Kaiser geächtet und nach dem Scheitern des Aufstands 1616 hingerichtet. Die Frankfurter Juden konnten wieder in die Stadt einziehen.

  • Vertreibung von Juden aus einer deutschen Stadt Aus einer handschriftlichen Haggada, früher Sammlung Sassoon, Jerusalem, um 1470
  •  Plünderung der Judengasse am 22. August 1614 Kupferstich aus Johann L. Gottfrieds Historischer Chronica, 1657
  •  Hinrichtung Vinzenz Fettmilchs und seiner Genossen und Rückführung der Frankfurter Juden am 28. Februar 1616 Holzschnitt aus einem zeitgenössischen Flugblatt von Johann Ludwig Schimmel
  • Vertreibung von Juden aus einer deutschen Stadt
    Aus einer handschriftlichen Haggada, früher Sammlung Sassoon, Jerusalem, um 1470
  • Plünderung der Judengasse am 22. August 1614
    Kupferstich aus Johann L. Gottfrieds "Historischer Chronica", 1657
  • Hinrichtung Vinzenz Fettmilchs und seiner Genossen und Rückführung der Frankfurter Juden am 28. Februar 1616
    Holzschnitt aus einem zeitgenössischen Flugblatt von Johann Ludwig Schimmel
  • Vertreibung von Juden aus einer deutschen Stadt Aus einer handschriftlichen Haggada, früher Sammlung Sassoon, Jerusalem, um 1470
  •  Plünderung der Judengasse am 22. August 1614 Kupferstich aus Johann L. Gottfrieds Historischer Chronica, 1657
  •  Hinrichtung Vinzenz Fettmilchs und seiner Genossen und Rückführung der Frankfurter Juden am 28. Februar 1616 Holzschnitt aus einem zeitgenössischen Flugblatt von Johann Ludwig Schimmel

Nach der Niederschlagung des Aufstands erarbeiteten kaiserliche Kommissare eine neue Judenordnung, die bis 1808 in Kraft blieb.

Sie übernahm fast alle bisherigen Beschränkungen und begrenzte die Zahl der in Frankfurt ansässigen Juden auf den bis dahin erreichten Stand von 500 Familien.


„Frankfurter Jud und Jüdin”. Kupferstich von Christoph Weigel in Abraham a Santa Claras „Neu-Eröffneter Welt-Galleria”, 1703

„Frankfurter Jud und Jüdin”. Kupferstich von Christoph Weigel in Abraham a Santa Claras „Neu-Eröffneter Welt-Galleria”, 1703


Dieser reich geschmückte achtarmige Leuchter für das Lichterfest Chanukka folgt dem Vorbild des in der Bibel (Exodus 25, 31–38) beschriebenen Tempelleuchters. Seine Basis bildet eine von vier wappenhaltenden Löwen getragene rechteckige Platte, die von einer kleinen Galerie umgeben und mit aufgelegten Engelkörpern verziert ist.

Vom Schaft gehen nach beiden Seiten je vier mit Blüten und glockenförmigen Elementen geschmückte Leuchterarme ab. Die acht Ölbehälter sind mit Ölbäumen bekrönt, an den Tüllen hängen Glöckchen; auf den Deckeln befinden sich plastische Tiergestalten, auf beiden Seiten je ein Eichhörnchen, ein Hirsch, ein Adler und ein Pelikan.

Auf dem abnehmbaren Ölkännchen am Mittelschaft reitet eine männliche behelmte und bewaffnete Figur, wohl Judas Makkabäus. Den Abschluß des Mittelschaftes bildet die Figur der Judit mit dem Haupt des Holofernes. Die vier Tiergestalten stellen wahrscheinlich die Hauszeichen von vier Häusern der Judengasse dar. Möglicherweise beziehen sie sich auf die Heirat zwischen Moses Michael Speyer und Scheinle Bing-Kann im Jahre 1681.

Der Bräutigam stammte aus dem Haus „Zum Goldenen Hirsch”, seine Mutter aus dem Haus „Zum Goldenen Adler”. Die Braut stammte aus dem Zweig „Zum Eichhörnchen” der Familie „Zur Goldenen Kanne”, ihre Mutter aus dem Haus „Zum Pelikan”. Die Verbindung dieser vier Familien wäre somit auf diesem Leuchter, vielleicht einem Hochzeitsgeschenk, in Gestalt der Tierfiguren angedeutet.


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Letzte Änderung: 13. Januar 2010





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