Mit der Diaspora wurde die Synagoge (griech. Ort der Zusammenkunft) zum geistigen Mittelpunkt jeder jüdischen Gemeinde. Hier findet der Gottesdienst und die öffentliche Lesung der Tora statt. Bis zur Emanzipation war sie außerdem der Ort des Lernens und der Weitergabe der geistigen Traditionen sowie der rabbinischen Rechtssprechung.
Ihre architektonische Ausstattung war je nach der sozialen und politischen Situation einer Gemeinde unterschiedlich: sie konnte Zimmergröße haben oder ein stattliches Gebäude darstellen. Wichtigste Einrichtung ist noch heute der erhöhte Schrein für die Torarollen an der Ostwand und das große Lesepult, an dem mehrere Gemeindemitglieder den Text der Rolle gemeinsam vortragen.
Seit dem Hochmittelalter gibt es eigene Frauenabteilungen, meist in Form von Emporen. Wichtigster, weil einzig heiliger Besitz einer Synagoge sind die Torarollen. Ihre Bedeutung wird durch entsprechenden Silberschmuck und Hüllen aus kostbarem Stoff zum Ausdruck gebracht. Der Silberschmuck einer Rolle kann aus einem Schild, Aufsätzen für die beiden Stäbe und/oder einer Krone bestehen.
Dazu gehört oft auch ein Zeiger in Form einer weisenden Hand, mit dem der Text gelesen wird ohne die Schrift zu berühren und dennoch kein Wort auszulassen.
Vor dem Schrein hängt immer ein Vorhang, der häufig ein Tormotiv auf Säulen zeigt und damit auf die Eingangssituation zum Allerheiligsten des salomonischen Tempels verweist, der in messianischer Zeit wiedererrichtet wird.