Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Der Schabbat

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Dauerausstellungen Jüdisches Museum
Jüdisches Leben – Jüdische Feste
Der Schabbat

Für den Fortbestand des Judentums ist das Lesen der Tora in der Synagoge am Schabbat ebenso wichtig wie die Feier des Schabbat zuhause. Die Aufnahme des Ruhegebotes am Schabbat unter die zehn Gebote verdeutlicht die besondere Bedeutung dieses Tages. Begründet wird die absolute Arbeitsruhe an diesem Tag mit Gottes Ruhe am siebten Tag nach der Weltschöpfung und als Sinnbild der Freiheit des Volkes Israel nach dem Sklavendasein in Ägypten.

Die Feier des Schabbat beginnt am Freitagabend mit dem Kiddusch, dem Segen über Wein und Brot, und endet mit der Hawdala, der Trennung zwischen dem Schabbat und den Wochentagen am Samstagabend.

Das strenge Arbeitsverbot erfordert eine gründliche Vorbereitung am Vortag, und in traditionellen Haushalten wird die Wochenarbeit auf diesen Tag hin organisiert.

Die Planung der drei Mahlzeiten, die wegen des Arbeitsverbotes nicht am Schabbat gekocht werden dürfen, ist die Aufgabe der Hausfrau. Beim Zubereiten der Mahlzeiten sind die Regeln der Kaschrut zu beachten, die unter anderem eine strikte Trennung von milchigen und fleischigen Speisen erfordert, weshalb in frommen Haushalten doppelte und speziell gekennzeichnete Geschirrsätze üblich sind.


Als besondere religiöse Pflicht obliegt der Hausfrau außerdem die Zeremonie des Lichterzündens zu Beginn von Schabbat. Dafür gab es in aschkenasischen Haushalten bis ins 19. Jahrhundert sternförmige Lampen aus Messing, die an einer Säge zu Schabbat heruntergelassen wurden.

Kidduschbecher. Meister Röttger Herfurth, Frankfurt am Main, um 1760, Silber, vergoldet

Kidduschbecher. Meister Röttger Herfurth, Frankfurt am Main, um 1760, Silber, vergoldet


Der Schabbat wird am Samstagabend durch eine Zeremonie beendet, die symbolisch seine Trennung (Hawdala) von der neuen Woche vollzieht.

Nach dem Weinsegen und dem Entzünden und wieder Löschen einer geflochtenen Kerze wird ein Behälter mit wohlriechenden Gewürzen oder Duftstoffen herumgereicht, die Ruhe und Frieden des Schabbat in der Form des Wohlgeruchs in Erinnerung rufen sollen.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich diese Behälter, in denen die wohlriechenden Gewürze zu Schabbatende herumgereicht wurden, je nach Gegend und Reichtum der Besitzer zu großer Formenvielfalt.

Während traditionell orientierte Gemeinden in Westeuropa schon seit dem Mittelalter die Turmform verwendeten, wurden in manchen orthodoxen, osteuropäischen Gemeinden neue, durch die Volkskunst beeinflusste Behälterformen entwickelt.

Der Hahn, der in vielen ostjüdischen Erzählungen vorkommt, ist dafür ebenso ein Beispiel wie der Fisch, der als volkstümliches jüdisches Glückssymbol gilt.


Besamimturm. Lemberg (Lviv), um 1806; Silberfiligran, Email; österreichische Feingehaltsmarke, Taxstempel; Stiftung Josef Buchmann

Besamimturm. Lemberg (Lviv), um 1806; Silberfiligran, Email; österreichische Feingehaltsmarke, Taxstempel; Stiftung Josef Buchmann


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Letzte Änderung: 13. Januar 2010





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