Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums

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Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums

Der Aufbau der Sammlungen des Jüdischen Museums in den achtziger Jahren war geprägt von der Notwendigkeit eines Neuanfangs, knüpfte aber an die Traditionen an, die mit dem Museum Jüdischer Altertümer ab der Jahrhundertwende begründet worden waren. Auch heute steht die Sammlungsarbeit unter dem Motto beider Perspektiven – des Neubeginns wie des Rückblicks auf die Tradition.

Nur wenige Objekte aus dem damaligen Museum Jüdischer Altertümer hatten die Zerstörung überstanden und konnten übernommen werden.

Unter anderem kann man heute den prachtvollen Chanukkaleuchter von Johann Valentin Schüler sowie eine hervorragende von Siegmund Nauheim aufgebaute Sammlung der Chanukkaleuchter sehen. Man konnte sich in der Aufbauphase auf den im Historischen Museum der Stadt Frankfurt bewahrten Bestand stützen und nachträglich weitere Judaica erwerben.

Einige Objekte stammen aus der Frankfurter Judengasse wie beispielsweise ein Toraschild und mehrere Torazeiger aus dem ausgehenden 17. bzw. beginnenden 18. Jahrhundert, der Blütezeit des jüdischen Kultgeräts in Frankfurt. Ritualobjekte der Frankfurter jüdischen Gemeinde des 17.–20. Jahrhunderts wurden zum Schwerpunkt der Sammlung, der durch einzelne Ankäufe kontinuierlich ergänzt werden konnte.

Daneben erwarben und erwerben wir gezielt herausragende Beispiele an Judaica aus Ost- und Zentraleuropa sowie aus dem deutschen Landjudentum. Weitere wichtige Objekte aus den Synagogen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurden uns als Leihgaben von der Jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Sie stammen zumeist von den beiden bedeutenden jüdischen Silberwarenherstellern Fa. Lazarus Posen Wwe. und den Brüdern Felix und Leo Horovitz. Sie waren über Frankfurt hinaus bekannt für besonders aufwendig und sorgfältig gearbeitetes Kultgerät. Durch Stiftungen gingen dem Jüdischen Museum weitere Objekte des 19. Jahrhunderts aus Zentral- und Osteuropa zu: Siegfried Baruch, Meta Gorski und Ignatz Bubis bereicherten mit ihren Schenkungen unsere Sammlung. Diese Bestände konnten im Laufe der Jahre durch gezielte Ankäufe und weitere Spenden ausgebaut werden.

Dazu gehört vor allem der von Josef Buchmann gestiftete Besamimturm mit kleinen Figuren aus Kaltemail aus Lemberg wie auch ein Toraschild des Goldschmieds Eduard Schürmann aus dem 19. Jahrhundert. Zur Eröffnung des Museums erhielten wir aus dem Besitz Ignatz Bubis' die „Frankfurter Pessach-Haggada”, ein illuminiertes, in der Judengasse für eine Hofjudenfamilie geschriebenes Manuskript aus dem 18. Jahrhundert.

Der Kernbestand der Kultgerät-Sammlung dient der didaktischen Ausstellung zu Synagoge, Festen und Feiertagen – und damit dem Verständnis einer über zwei Jahrtausende gewachsenen religiösen Kultur.


Die Vielfalt des Sammlungsbestandes und die unterschiedliche Geschichte seiner Objekte dokumentieren den durch die Schoa verursachten Geschichtsbruch. Dieser Geschichtsbruch bedeutet zugleich auch einen Kulturbruch, denn die wenigen noch vorhandenen Objekte aus Frankfurt spiegeln nur die nicht mehr vorhandene deutsch-jüdische Kultur vor 1933 wider. Dagegen verweisen die von den Überlebenden geretteten Objekte aus den unterschiedlichsten Regionen Europas auf die kulturelle Vielfalt der Nachkriegsgemeinde.

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Abteilung Judaica

Dr. Eva Atlan
Telefon: +49 (0)69 212 33329
atlan(at)juedischesmuseum.de

Jüdisches Museum
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 212 35000
Fax: +49 (0)69 212 30705
info(at)juedischesmuseum.de

Museumsleitung

Prof. Dr. Raphael Gross
Direktor des Jüdischen Museums und
Geschäftsführer der Kommission zur
Erforschung der Geschichte 
der Frankfurter Juden
Telefon: +49 (0)69 212 38805

Fritz Backhaus
Stellvertretender Direktor, Museum
Judengasse / Börnegalerie,
Museumspädagogik / Führungen
Telefon: +49 (0)69 212 38804

Michael Lenarz
Stellvertretender Direktor,
Dokumentation
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Büro der Direktion / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)69 212 38805


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Frankfurt am Main
Letzte Änderung: 28. Juli 2014





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