Im Museum Judengasse wurde am 9. November 2003 in neu eingerichteten Räumen ein museumspädagogisches Lernzentrum eröffnet. Es ist auf Anregung des verstorbenen Propstes Dr. Dieter Trautwein nach Oskar und Emilie Schindler benannt, die für die Rettung von über 1200 Juden verantwortlich waren. Oskar Schindler hat von 1958 bis zu seinem Tod 1974 in Frankfurt gelebt.
Das Lernzentrum richtet sich vor allem an Schulklassen und Jugendgruppen und bietet unterschiedliche Informations- und Arbeitsangebote.
Eine kleine Ausstellung erzählt mit historischen Fotos, Erinnerungen der Überlebenden und einem Faksimile der legendären Namensliste die Geschichte der Rettung von über 1200 jüdischen Zwangsarbeitern, die in Oskar Schindlers Fabrik in Krakau und ab Herbst 1944 in Brünnlitz beschäftigt waren.
Die von Steven Spielberg gegründete „Survivors of the Shoah Visual History Foundation” hat im Rahmen ihres weltweiten Interviewprojekts mit den Überlebenden der Schoah auch mit ca. 150 Überlebenden von „Schindlers Liste” ausführliche Gespräche geführt und diese als Filme dokumentiert. Diese mehrstündigen Interviews, die als historische Dokumente ebenso bedeutsam sind wie als Grundlage für eine künftige pädagogische Auseinandersetzung mit dem Holocaust, werden ein wichtiger Bestandteil des neuen Lernzentrums sein.
Seit der Eröffnung der Gedenkstätte am Börneplatz hat das Jüdische Museum Frankfurt in einem für Deutschland einzigartigen Projekt die Lebensläufe von über 12.000 deportierten und ermordeten Frankfurter Juden recherchiert. Sie werden im neuen Lernzentrum an Terminals abrufbar sein und verdeutlichen sehr eindringlich, dass hinter jedem Namen an der Mauer der Gedenkstätte ein individuelles Schicksal und ein Gesicht steht.
Die Ausstellung, die Interviews der Schoah-Foundation und die 12.000 Biografien werden durch weitere Materialien ergänzt und die pädagogischen Angebote des Jüdischen Museums Frankfurt wesentlich erweitern.
Die Einrichtung des „Oskar und Emilie Schindler Lernzentrums” wurde durch großzügige Unterstützung der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH und der Jehoshua und Hanna Bubis-Stiftung ermöglicht.