Die historische Sammlung des Jüdischen Museums zeigt die Frankfurter jüdische Geschichte und das Leben Frankfurter Juden in Objekten, Textilien und dokumentarischen Grafiken. Die Mehrheit der Objekte stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
Viele Objekte wurden dem Museum in Nachlässen und Konvoluten geschenkt, zusammen mit Fotos und Dokumenten, die im Archiv verwahrt werden. Es handelt sich um Gebrauchsgegenstände und Alltagsobjekte, die die Lebenswelt jüdischer Familien aus Frankfurt dokumentieren. Als Erinnerungsstücke an Menschen und Familien sind sie ein wichtiger Bestandteil der Sammlung. Dabei umspannen die Objekte so verschiedene Bereiche wie Kunsthandwerk, Kinderspiele und Tischsilber.
Die Sammlung dokumentiert geschichtliche Ereignisse, soweit sie in Objekten Niederschlag finden. Verfolgungen und Flucht in der NS Zeit nehmen dabei einen großen Teil ein. Eine Untergruppe der Abteilung sind Zeugnisse des Antisemitismus. Eine weitere Untergruppe sind die Objekte zur Wirtschaftsgeschichte. Sie zeigen das vielfältige Wirken jüdischer Handelstreibender, Bankiers und Unternehmer in Frankfurt.
Eine Seltenheit ist die aus mehreren Konvoluten bestehende Sammlung von Objekten zu jüdischen schlagenden Studentenverbindungen. Couleurbänder, Bierzipfel und andere Devotionalien erzählen von dieser konservativen Strömung unter der jüdischen Studentenschaft der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Bestandteil der historischen Sammlung ist weiters die Sammlung von dokumentarischen Grafiken. Sie zeigen geschichtliche Ereignisse, Porträts bedeutender Persönlichkeiten und historische Szenen jüdischen Lebens. Die wichtigste Untergruppe dieser Sammlung sind die topographischen Darstellungen, die jüdische Orte in Frankfurt und Europa durch die Jahrhunderte illustrieren. Zahlreiche Ansichten der Judengasse aus vier Jahrhunderten bilden den Grundstock der Abteilung.
Die historische Sammlung befindet sich im Aufbau. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe.
Wir sind vor allem an Objekten interessiert, die Geschichten von Menschen und Familien erzählen. Diese stammen meist aus Privatbesitz. Dabei muss es sich keineswegs um wertvolle Objekte handeln. Gerade Alltagsgegenstände sind oft Träger der Erinnerung. Mit ihnen erzählen wir Frankfurter jüdische Geschichten, erinnern wir an die Besitzer, die das jüdische Frankfurt ausmachten und prägten. Wenn Sie Erinnerungsstücke oder Objekte besitzen, deren Geschichte Sie dem Museum anvertrauen wollen, freuen wir uns sehr.
Neben persönlichen Erinnerungsstücken suchen wir besonders Objekte zur Firmen- und Wirtschaftsgeschichte und Gegenstände, die die Nachkriegszeit dokumentieren.
Bitte wenden Sie sich an
Sabine Kößling
Kustodin Neuere Geschichte
Tel.: 069-212-33959
Fax: 069-212-30705
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