Jüdisches Museum Frankfurt am Main

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200 Meter Schriftgut und mehr als 21 000 Fotos – Geschichte und Kultur der Juden im deutschsprachigen Raum im wahren Sinne des Wortes ganz anschaulich dokumentiert. Der Museumsbereich Dokumentation sammelt und ordnet schriftliche wie bildliche Dokumente und macht diese der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.

Den Kern der Sammlung bilden die Zeugnisse zur Geschichte der Juden in Frankfurt vom Spätmittelalter bis heute.

Darunter finden sich zahlreiche Nachlässe zur Frankfurter jüdischen Familiengeschichte sowie Augenzeugenberichte zur NS-Zeit. Besonders zu nennen sind hier die Sammlung von Fritz Schlomo Ettlinger (1889–1964) zur Personengeschichte der Frankfurter Juden von 1241 bis 1830, der Nachlass von Eugen Mayer (1882–1967), dem letzten Syndikus der Vorkriegsgemeinde, und die Sammlung von Dora Edinger (1890–1977) betreffend Bertha Pappenheim (1859–1936).


Aus dem Nachlass von Paul Arnsberg (1899–1978) stammt eine reichhaltige Sammlung von Fotografien zur jüdischen Geschichte Hessens: Der Landesverband Jüdischer Gemeinden in Hessen stellte dem Museum als Dauerleihgabe diese Sammlung mit dem Material zu Arnsbergs Publikation „Die jüdischen Gemeinden in Hessen” zur Verfügung. Die gesammelten schriftlichen und bildlichen Unterlagen gehen weit über das veröffentlichte Werk hinaus.

In Frankfurt und im hessischen Mörfelden-Walldorf lebte von seiner Rückkehr aus dem Exil in Israel 1950 bis zu seinem Tode der aus der Niederlausitz stammende Rechtsanwalt und Wirtschaftsjournalist Dr. Alexander Besser (1899–1978). Seine Witwe Rita Besser überließ kurz vor ihrem Tode 1990 dem Jüdischen Museum seinen schriftlichen Nachlass. Sein Nachbar Peter Härtling setzte Alexander Besser mit seinem 1985 erschienenen Roman „Felix Guttmann” ein literarisches Denkmal.

Den lokalen und regionalen Rahmen verlassen wir mit dem enormen Nachlass von Rabbiner Bernhard Brilling (1906–1987). Dieser Nachlass umfasst das gesamte Lebenswerk des bedeutenden deutsch-jüdischen Historikers. Die Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit lagen auf der jüdischen Regionalgeschichte Schlesiens, Posens und Westfalens sowie auf der deutsch-jüdischen Personengeschichte und der Geschichte des deutsch-jüdischen Buch- und Archivwesens. Die Dokumente spiegeln diese Forschungsschwerpunkte und gehen teilweise auch darüber hinaus.

Der Nachlass enthält ferner als Leihgabe der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Mikrofilmkopien von Personenstandsregistern jüdischer Gemeinden des früheren Mittel- und Ostdeutschland – der heutigen neuen Bundesländer und des westlichen Polen.

Von besonderer Bedeutung ist auch der Nachlass von Hans Julius Wolff (1902–1983), Professor für antike Rechtsgeschichte, zur Geschichte der Familien Wolff und Pinner. Die bekanntesten Mitglieder dieser Familien sind der Mediziner Julius Wolff (1836–1902) und der Chemiker Adolf Pinner (1842–1909). Die Briefe aus der Familie von Hans Julius Wolffs Cousine Ruth Alexander-Zeilberger (1915–1979) zeichnen ein lebhaftes Bild von der schwierigen Lebenssituation der aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflüchteten Juden im britischen Palästina und im jungen Staate Israel und der sich immer weiter verdüsternden Lage der in Berlin zurückgebliebenen Angehörigen.

Dem Museumsbereich Dokumentation zugeordnet ist auch das Bildarchiv. Es besteht aus einer Sammlung von Bilddokumenten zur Geschichte und Kultur der Juden in Frankfurt am Main und Hessen; man findet Bilder von Gebäuden, Personen, Firmen sowie Dokumente zu Institutionen, Ereignissen, Religion und Brauchtum. Auch Abbildungen von Synagogen, anderen Gemeindebauten sowie von Kultgeräten jüdischer Gemeinden des gesamten deutschsprachigen Raums werden archiviert.

Die Sammeltätigkeit des Museums in Verbindung mit seinen Ausstellungen hat das Bildarchiv seit Bestehen des Museums erheblich anwachsen lassen. Zu erwähnen sind hier vor allem die Ausstellungen „Samson Schames” (1989), „Die vergessenen Nachbarn” (1990/91), „Mikwe” (1992), „Zedaka” (1992/93), „Die Rothschilds” (1994/95), „Wer ein Haus baut, will bleiben ...” (1998/99), „Ostend” (2000) und „Und keiner hat für uns Kaddisch gesagt ...” (2005) sowie die Dauerausstellung im Museum Judengasse (seit 1992). Von besonderer historischer Bedeutung ist die Sammlung von fast 500 Originalfarbdias aus dem Ghetto in Lodz, die wir bei der Vorbereitung der Ausstellung „Unser einziger Weg ist Arbeit” (1990) erwerben konnten.


Mehr zu folgenden Themen:

Biographie Rabbiner Bernhard Brilling (1906–1987)
Personenstandsregister jüdischer Gemeinden des früheren Mittel- und Ostdeutschland
Originalfarbdias aus dem Ghetto in Lodz
Nachlass Dr. Alexander Besser (1899–1978)
Nachlass Prof. Dr. Hans Julius Wolff (1902–1983)
Nachlass Ruth Alexander-Zeilberger (1915-1979)

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Letzte Änderung: 27. Oktober 2013





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