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Das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt am Main zeigt die historische Entwicklung und die religiöse Kultur der jüdischen Gemeinden in Frankfurt vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. Das Wechselverhältnis zwischen Juden in Deutschland und ihrer Umwelt wird hier am lokalen Beispiel exemplarisch nachgezeichnet. Regelmäßige Wechselausstellungen vertiefen und ergänzen die Dauerausstellungen.

 
 

Aktuelle Meldungen

100. Todestag von Paul Ehrlich am 20.08.2015
Anlässlich des 100. Todestags des Nobelpreisträgers veröffentlicht das Jüdische Museum auf dieser Website aus den Beständen seines Archivs zwei Beiträge zur Familiengeschichte Paul Ehrlichs, und zwar von der Seite seiner Mutter Rosa geb. Weigert. Aus dieser Familie stammte auch Paul Ehrlichs älterer Cousin, der bedeutende Frankfurter Pathologe Prof. Dr. med. Carl Weigert (1845–1904).
[ Zu den Beiträgen ]

Sanierung und Erweiterung des Jüdischen Museums
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt hat die Bau- und Finanzierungsvorlage für die Sanierung und Erweiterung des Jüdischen Museums beschlossen. [Pressemitteilung]
Das Jüdische Museum ist seit 20. Juli 2015 wegen der Baumaßnahmen geschlossen.
Das Museum Judengasse ist noch bis Frühjahr 2016 wegen Neugestaltung geschlossen.

Neue Leiterin des Jüdischen Museums vorgeschlagen
Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth schlägt Dr. Mirjam Wenzel als neue Direktorin des Jüdischen Museum vor. [ mehr ]

Highlights

Rituelle Distanz / Buchvorstellung
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Mittwoch, 09. September 2015, 20:00 Uhr

Goethe-Universität, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 411
Dan Diner im Gespräch mit Raphael Gross

Vor 50 Jahren haben die Bundesrepublik Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen – vorläufiger Höhepunkt einer dramatischen Vorgeschichte, die 1952 mit dem Luxemburger Abkommen begann. In „Rituelle Distanz“, seinem neuen Buch, sucht der Historiker Dan Diner die Tiefenschichten jener zwiespältigen Annäherung auszuleuchten, vor allem die politisch-theologischen Aspekte der Diskussion auf israelischer Seite nach dem Mord an den europäischen Juden. Es geht ihm dabei um Sprache und Habitus, Fluch und Bann, um Erinnern und Vergessen, Anerkennung und Nichtanerkennung – schließlich um die Entscheidung zwischen jüdischer Tradition und israelischer Staatsräson: Durfte man mit dem Land der Mörder verhandeln und materielle Entschädigung annehmen?

Eine Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums e.V. in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut
Eintritt frei.


Aktuelle Veranstaltungen

Alter Jüdischer Friedhof Battonstraße / Führung
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Sonntag, 06. September 2015, 14:00 Uhr

Führung über den alten Jüdischen Friedhof mit Katja Walter
Treffpunkt: Eingang Battonstraße (5 € pro Person)


Aktuelle Ausstellungen

Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
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03. Mai –  29. November 2015
Sonntags 11–14 Uhr
Hochbunker Friedberger Anlage 5/6

Diese ursprünglich im Jüdischen Museum gezeigte Ausstellung ist in einer verkleinerten Version im Geschichtsbüro Friedberger Anlage im Hochbunker zu sehen. Der 1942 errichtete Bunker steht auf den Fundamenten der größten Frankfurter Synagoge, die am 10. November 1938 zerstört und später abgerissen wurde. Die "Initiative 9. November" bemüht sich seit langem, diesen Ort zu einem Ort der Erinnerung, des Lernens und der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu machen.

Führungen
Sonntags 11.30 Uhr
Gruppen, insbesondere Schulklassen, können gern auch spezielle Termine vereinbaren: Jüdisches Museum +49 (0)69 21 27 42 37

Eintrittspreise
Eintritt: 2 Euro
Führung: 2 Euro zusätzlich

Anfahrt
S-Bahn Station Ostend, U-Bahn Station Zoo, Straßenbahnlinie 11 & 14 Allerheiligentor

Da es im Bunker auch an Sommertagen sehr kühl ist, wird entsprechende Kleidung empfohlen.


Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand zwischen Anlagenring und Tiergarten, Sandweg und Hanauer Landstraße ein neues Stadtviertel mit Wohnungen in Mietshäusern mit Höfen und Gärten. Unter den vielen Frankfurtern, die die Altstadt zugunsten dieses großzügigeren Wohnens verließen, befanden sich zahlreiche Juden. Um 1895 hatte das Ostend mit knapp 45 Prozent den höchsten Anteil an jüdischer Bevölkerung in der Stadt. Infolge des stetigen Zuzugs weiterer Familien auch von außerhalb kam es dazu, dass in bestimmten Straßen und Häusern überwiegend Juden lebten.

Rund um Sandweg und Ostend entstanden Geschäfte zur Versorgung des täglichen Bedarfs und Orte des kulturellen Lebens. Zahlreiche Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde fanden im Ostend neue, größere Gebäude. Die Synagoge an der Friedberger Anlage, die Schulen und Ausbildungsstellen der Israelitischen Religionsgesellschaft wurden zu Zentren des orthodoxen jüdischen Lebens.

Am höher gelegenen, klimatisch hervorragenden Röderbergweg erbauten wohltätige Stiftungen reicher Frankfurter Familien um die Jahrhundertwende Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser. Auch der größte Teil dieser Institutionen orientierte sich bei der Pflege und Versorgung an den Geboten des orthodoxen Judentums.

Nach 1933 zerstörte der Nationalsozialismus die Strukturen jüdischen Lebens im Ostend so schnell und tiefgreifend wie in anderen Teilen der Stadt. Die Lebensbedingungen verschlechterten sich nach dem November 1938 zusätzlich durch den erzwungenen Zuzug von Juden aus den übrigen Stadtteilen und dem Umland. Viele überlebten nur noch mit Hilfe der Wohlfahrtseinrichtungen. Ab 1941 diente die Großmarkthalle als Sammelstelle und Ausgangspunkt für die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

Die Jüdische Gemeinde, die sich nach Kriegsende konstituierte, erhielt im Ostend Liegenschaften im Baumweg, auf dem Röderbergweg und das Krankenhaus in der Gagernstraße zurück. Die Häuser dienten zunächst als Unterkünfte für die Durchreisenden, am Baumweg wurde ein Gemeindehaus mit Synagoge eingerichtet. Während der Schwerpunkt des Gemeindelebens sich seit den sechziger Jahren zunehmend in den Westen der Stadt verschob, leben heute – wie schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts – viele Neueinwanderer aus den ehemaligen GUS-Staaten im Ostend.

Die Ausstellung lädt zu einem Spaziergang durch einen weitgehend unbekannten, aber authentischen Teil der jüdischen Geschichte Frankfurts ein. Er führt durch die Straßen des Ostends, wo der Alltag der Menschen von Religion und Tradition bestimmt war und gleichzeitig den schnellen Veränderungen der Urbanisierung und Industrialisierung unterlag. Zahlreiche Fotografien und Dokumente, aber auch die Erinnerungen ehemaliger Bewohner des Ostends gewähren Einblick in ein jüdisches Viertel Frankfurts, dessen Lebenswelt heute nicht mehr existiert.

Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04, 21 23 88 05
Fax: +49 (0)69 21 23 07 05
info(at)juedischesmuseum.de
und
Initiative 9. November
Telefon: +49 (0)177  7 12 04 12
www.synagoge-friedberger-anlage.de

Ort der Ausstellung
Geschichtsbüro Friedberger Anlage / Hochbunker
Friedberger Anlage 5/6
S-Bahn-Station: Ostendstraße
U-Bahn-Station Zoo
Straßenbahn-Haltestelle: Allerheiligentor

Öffnungszeiten
Sonntags 11–14 Uhr

Führungen
Sonntags 11.30 Uhr
sowie nach Vereinbarung mit dem Jüdischen Museum,
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04

Eintritt
2 Euro, ermäßigt 1 Euro
Führung zusätzlich 1,50 Euro pro Person

Begleitbuch zur Ausstellung mit zahlreichen Abbildungen zum Preis von 12,50 Euro im Jüdischen Museum, im Bunker und über den Buchhandel


Weitere Meldungen aus dem Jüdischen Museum

Raphael Gross übernimmt die Leitung des Simon-Dubnow-Instituts
Prof. Dr. Raphael Gross ist seit 1. April 2015 Leiter des Simon-Dubnow-Instituts an der Universität Leipzig. Er bleibt noch bis Ende April 2016 Direktor des Jüdischen Museums. [Pressemitteilung]

Werkverzeichnis der Gemälde Ludwig Meidners wird 2016 als Gemeinschaftsprojekt des Jüdischen Museums und der Ludwig Meidner Gesellschaft erscheinen. [Pressemitteilung]

Buddy Elias (1925-2015)
Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Buddy Elias erfahren. [Nachruf von Raphael Gross in der FAZ]



 

Kontaktdaten

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Untermainkai 14/15
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Museumsleitung

Prof. Dr. Raphael Gross
Direktor des Jüdischen Museums und
Geschäftsführer der Kommission zur
Erforschung der Geschichte 
der Frankfurter Juden
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Fritz Backhaus
Stellvertretender Direktor, Museum
Judengasse / Börnegalerie,
Museumspädagogik
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Michael Lenarz
Stellvertretender Direktor,
Abteilung Dokumentation
Telefon: +49 (0)69 212 38546

Daniela Unger
Büro der Direktion / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)69 212 38805

Weitere Ansprechpartner

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