Seite ausdrucken  
   
  www.juedischesmuseum.de » Startseite

 
 

Das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt am Main und seine Dependance Museum Judengasse am Börneplatz zeigen die historische Entwicklung und die religiöse Kultur der jüdischen Gemeinden in Frankfurt vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. Das Wechselverhältnis zwischen Juden in Deutschland und ihrer Umwelt wird hier am lokalen Beispiel exemplarisch nachgezeichnet. Regelmäßige Wechselausstellungen in beiden Häusern vertiefen und ergänzen die Dauerausstellungen.

 
 

Aktuelle Meldungen

Audioguide durch die Dauerausstellung des Jüdischen Museums

Ab Samstag, 22. Mai, steht den Besuchern des Jüdischen Museums Frankfurt die neue Hörführung durch die Dauerausstellung zur Verfügung. Für die Hörführung wurden die schönsten und interessantesten Objekte des Museums ausgewählt. Anschaulich und leicht verständlich werden sie in ihrem historischen und rituellen Zusammenhang erläutert. Der Audioguide wird in Deutsch und Englisch angeboten und erschließt auch Besuchern, die das Museum gut kennen, neue Aspekte jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in Frankfurt.
[ mehr ... ]  [ Hörprobe ]

Höhepunkte des Monats

Zurzeit hier keine Veranstaltungen oder Ausstellungen

Aktuelle Veranstaltungen

Zurzeit hier keine Veranstaltungen oder Ausstellungen

Aktuelle Ausstellungen

Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
mehr/more
weniger/less

2. Mai – 28. November 2010
Hochbunker Friedberger Anlage 5/6

Diese ursprünglich im Jüdischen Museum gezeigte Ausstellung ist in einer verkleinerten Version im Geschichtsbüro Friedberger Anlage im Hochbunker zu sehen. Der 1942 errichtete Bunker steht auf den Fundamenten der größten Frankfurter Synagoge, die am 10. November 1938 zerstört und später abgerissen wurde. Die "Initiative 9. November" bemüht sich seit langem, diesen Ort zu einem Ort der Erinnerung, des Lernens und der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu machen.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand zwischen Anlagenring und Tiergarten, Sandweg und Hanauer Landstraße ein neues Stadtviertel mit Wohnungen in Mietshäusern mit Höfen und Gärten. Unter den vielen Frankfurtern, die die Altstadt zugunsten dieses großzügigeren Wohnens verließen, befanden sich zahlreiche Juden. Um 1895 hatte das Ostend mit knapp 45 Prozent den höchsten Anteil an jüdischer Bevölkerung in der Stadt. Infolge des stetigen Zuzugs weiterer Familien auch von außerhalb kam es dazu, dass in bestimmten Straßen und Häusern überwiegend Juden lebten.

Rund um Sandweg und Ostend entstanden Geschäfte zur Versorgung des täglichen Bedarfs und Orte des kulturellen Lebens. Zahlreiche Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde fanden im Ostend neue, größere Gebäude. Die Synagoge an der Friedberger Anlage, die Schulen und Ausbildungsstellen der Israelitischen Religionsgesellschaft wurden zu Zentren des orthodoxen jüdischen Lebens.

Am höher gelegenen, klimatisch hervorragenden Röderbergweg erbauten wohltätige Stiftungen reicher Frankfurter Familien um die Jahrhundertwende Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser. Auch der größte Teil dieser Institutionen orientierte sich bei der Pflege und Versorgung an den Geboten des orthodoxen Judentums.

Nach 1933 zerstörte der Nationalsozialismus die Strukturen jüdischen Lebens im Ostend so schnell und tiefgreifend wie in anderen Teilen der Stadt. Die Lebensbedingungen verschlechterten sich nach dem November 1938 zusätzlich durch den erzwungenen Zuzug von Juden aus den übrigen Stadtteilen und dem Umland. Viele überlebten nur noch mit Hilfe der Wohlfahrtseinrichtungen. Ab 1941 diente die Großmarkthalle als Sammelstelle und Ausgangspunkt für die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

Die Jüdische Gemeinde, die sich nach Kriegsende konstituierte, erhielt im Ostend Liegenschaften im Baumweg, auf dem Röderbergweg und das Krankenhaus in der Gagernstraße zurück. Die Häuser dienten zunächst als Unterkünfte für die Durchreisenden, am Baumweg wurde ein Gemeindehaus mit Synagoge eingerichtet. Während der Schwerpunkt des Gemeindelebens sich seit den sechziger Jahren zunehmend in den Westen der Stadt verschob, leben heute – wie schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts – viele Neueinwanderer aus den ehemaligen GUS-Staaten im Ostend.

Die Ausstellung lädt zu einem Spaziergang durch einen weitgehend unbekannten, aber authentischen Teil der jüdischen Geschichte Frankfurts ein. Er führt durch die Straßen des Ostends, wo der Alltag der Menschen von Religion und Tradition bestimmt war und gleichzeitig den schnellen Veränderungen der Urbanisierung und Industrialisierung unterlag. Zahlreiche Fotografien und Dokumente, aber auch die Erinnerungen ehemaliger Bewohner des Ostends gewähren Einblick in ein jüdisches Viertel Frankfurts, dessen Lebenswelt heute nicht mehr existiert.


Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04, 21 23 88 05
Fax: +49 (0)69 21 23 07 05
info(at)juedischesmuseum.de
und
Initiative 9. November
Telefon: +49 (0)177  7 12 04 12
www.synagoge-friedberger-anlage.de

Ort der Ausstellung
Geschichtsbüro Friedberger Anlage / Hochbunker
Friedberger Anlage 5/6
S-Bahn-Station: Ostendstraße
U-Bahn-Station Zoo
Straßenbahn-Haltestelle: Allerheiligentor

Öffnungszeiten
Sonntags 11–14 Uhr

Führungen
Sonntags 11.30 Uhr
sowie nach Vereinbarung mit dem Jüdischen Museum,
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04

Eintritt
2 Euro, ermäßigt 1 Euro
Führung zusätzlich 1,50 Euro pro Person

Begleitbuch zur Ausstellung mit zahlreichen Abbildungen zum Preis von 12,50 Euro im Jüdischen Museum, im Bunker und über den Buchhandel


Moritz Daniel Oppenheim: Idealbilder jüdischen Lebens
mehr/more
weniger/less

Bilder aus dem altjüdischen Familienleben
23. März – 3. Oktober 2010
Jüdisches Museum, Kabinettausstellung 2. OG

Moritz Daniel Oppenheim: Freitag-Abend, Lichtdruck 1869

Moritz Daniel Oppenheims „Bilder aus dem altjüdischen Familienleben“ waren ein Verkaufsschlager. Als der Zyklus 1866 im Frankfurter Kunstverlag Heinrich Keller erschien, war Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882) bereits ein gefragter Porträtmaler des wohlhabenden und emanzipierten jüdischen Bürgertums. In einigen Ölgemälden hatte er auch jüdische Szenen dargestellt. Die Mappe mit Lichtdrucken aber machte ihn zum gefeierten „ersten jüdischen Maler“ und Begründer der jüdischen Genremalerei. Bis 1882 wurde die Kunstmappe immer wieder neu aufgelegt; sie umfasste anfangs sechs, zum Schluss zwanzig Blätter, von denen hier acht aus der Ausgabe von 1869 gezeigt werden. Für die Lichtdrucke hatte der Maler von seinen Ölgemälden eigens Grisaillen angefertigt, die mit ihren Grautönen damals die einzige Möglichkeit für eine gute photographische Wiedergabe boten.

Die Serie zeigt harmonische Szenen von der häuslichen Schabbat-Feier und aus dem jüdischen Festkalender. Oppenheim versetzt das Geschehen in eine städtische Judengasse, kurz vor deren Öffnung am Ende des 18. Jahrhunderts. Seine historisierenden Darstellungen geben keinen verklärten Blick in die ärmlichen Verhältnissen des Ghettos, sondern zeigen eine wohlhabende Familie des aufstrebenden Bürgertums, die mit großem Selbstbewusstsein eine religiöse Eigenständigkeit lebt.

Oppenheim schöpft bei seinen Darstellungen aus christlichen wie jüdischen Bildvorlagen, die er abändert und innovativ bereichert. Detailliert erläutert er mit zahlreichen Ritualobjekten die altehrwürdigen Bräuche im Kreis der Familie. Diese wird als Bewahrerin jüdischer Tradition dargestellt. Die Polarisierung zwischen traditionellem und modernem Judentum, die Oppenheims Zeitgenossen und seine eigene Gemeinde spalteten, vermeidet der Maler. So verkörpern die Bilder aus dem Altjüdischen Familienleben seine Vision eines modernen, selbstbewussten, gleichberechtigten und dennoch traditionsbewussten Judentums und ein Plädoyer für Toleranz.



„Für Marcel Reich-Ranicki”
mehr/more
weniger/less

Das Jüdische Museum Frankfurt gratuliert zum 90. Geburtstag
1. Juni – 5. September 2010
Museum Judengasse

„Demokratie wird durch Kritik geradezu definiert.“ Marcel Reich-Ranicki 1970

 Schon 1960 zählte eine Umfrage der ZEIT Marcel Reich-Ranicki zu den führenden deutschen Literaturkritikern. Den Vorwurf der Popularisierung hat er nie gescheut. Die Klientel des Kritikers, so hat er oft betont, sei nicht das germanistische Seminar, sondern das lesende Publikum, das er über Zeitung, Rundfunk und Fernsehen erreicht. Erfolg und Popularität erlangten ihren Höhepunkt, als 1999 die Autobiographie „Mein Leben“ erschien. Bei aller Anerkennung kursiert jedoch weiterhin das Image vom Kritiker als „Verreißer“.

Die Ausstellung würdigt Leben und Werk einer der bekanntesten Persönlichkeiten im literarischen Leben und fragt nach dem Bild der Kritik in der Öffentlichkeit, in der sie zu selten als demokratische Tugend erscheint.

Begleitprogramm:




Kommende Ausstellungen

Else Lasker-Schüler. Die Bilder
mehr/more
weniger/less

8. September 2010 – 9. Januar 2011
Jüdisches Museum

Die Ausstellung ELSE LASKER-SCHÜLER. DIE BILDER würdigt das bildnerische Schaffen dieser Künstlerin. Als Dichterin und Schriftstellerin gilt Else Lasker-Schüler (1869–1945) heute als herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus. Sie war aber auch eine bedeutende Zeichnerin.

Obwohl sie zu ihren Lebzeiten als solche gewürdigt wurde, ist ihr bildnerisches Werk nach ihrem Tod nahezu in Vergessenheit geraten. Basierend auf der Forschungsgrundlage des gleichzeitig im Jüdischen Verlag / Suhrkamp Verlag erscheinenden Werkverzeichnisses von Ricarda Dick öffnet die Ausstellung erneut den Blick auf die internationale Bedeutung dieser Künstlerin.

Sie versammelt rund hundertfünfzig Zeichnungen, Collagen, Briefzeichnungen, bemalte Postkarten und handkolorierte Lithografien, darunter viele bisher unbekannte Blätter.

Ihre sehr charakteristischen und eigenständigen Zeichnungen entwickelte Else Lasker-Schüler im Umfeld von Jugendstil, Expressionismus, Futurismus und Dada. Einflüsse und Wechselwirkungen zu Werken anderer Künstler werden aufgezeigt; so wird erstmals die besondere Rolle von Franz Marc, dem Begründer des Blauen Reiter, herausgestellt und sichtbar gemacht, und es wird aufgezeigt, welchen Einfluss Ernst Ludwig Kirchner, ein Künstler der Brücke, auf ihre Arbeit hatte.

Ebenfalls erstmalig wird gezeigt, dass und wie sich die Künstlerin von der altägyptischen Kunst hat anregen lassen, der sie die Entwicklung ihres charakteristischen Jussuf-Profilkopfes und verschiedene Kompositionsprinzipien verdankt.

In der Ausstellung und in den wissenschaftlichen Katalogbeiträgen von Ricarda Dick und Astrid Schmetterling wird darüber hinaus gezeigt, dass Else Lasker-Schülers inszenierte Naivität das Ergebnis großer Kunstfertigkeit und künstlerischer Kraft ist, welche Bedeutung die Farbe in ihren Zeichnungen hat, wie diese neue Assoziationsräume eröffnet und wie bildhaft Else Lasker-Schüler dachte.

Das zeichnerische wie das literarische Werk dreht sich vor allem um die Welt Prinz Jussufs und seines Reiches Theben sowie um indianische Ich-Figurationen wie „Der Blaue Jaguar“, „Pampa“, „Pampeia“. Jussuf ist, wie Ricarda Dick zeigt, das synthetische Produkt jüdischer, islamischer, christlicher und altägyptischer Bezüge und wurde von Else Lasker-Schüler eingesetzt „als Idee, als Leitmotiv, als Inner- und außerliterarische Spielfigur“. Mit der betont orientalischen Gestaltung dieser Ich-Figuration trägt Else Lasker-Schüler, so Astrid Schmetterling, „spielerisch provokativ“ zu zeitgenössischen Debatten um Orientalismus, Primitivismus und Zionismus bei.  

Nach Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Diffamierung und Zerstörung ihrer Kunst, nach erzwungener Emigration zunächst in die Schweiz mit Berufsverbot, fand sich Else Lasker-Schüler in der neuen Heimat Palästina wieder. Im Text und in den Bildern ihres „Hebräerlands“ romantisierte Else Lasker-Schüler die „hebräischen Pioniere“, die „Palästina aus seinem tausendjährigen biblischen Sagenschlaf“ erweckt hätten. Um eine Abbildung der Realität ging es auch in diesen Arbeiten nicht, sondern um ein Suchen und Finden der mitgebrachten Vorstellungen vom Orient, auch um kompositorische und farbliche Fragen.  

Ausstellung und Publikation ELSE LASKER-SCHÜLER. DIE BILDER möchten einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass ihr immer noch herrschender „Ausschluss aus dem Kanon der Kunstgeschichte“ (Viktoria Schmidt-Linsenhoff) beendet wird.  

Die Ausstellung wird im Rahmen von „Phänomen Expressionismus”, einem Kooperationsprojekt des Kulturfonds FrankfurtRheinMain, präsentiert und von diesem als Hauptförderer ermöglicht.

Katalog:
Else Lasker-Schüler. Die Bilder
Hrsg. von Ricarda Dick im Auftrag des Jüdischen Museums Frankfurt
Mit einem Beitrag von Astrid Schmetterling
Frankfurt am Main: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag 2010 (29,00 EUR)  

Zur Ausstellung gibt es eine Audioführung in Deutsch und Englisch.
Hörprobe (Else Lasker-Schüler, gesprochen von Hannelore Hoger)

Vom 21. Januar 2011 bis 1. Mai 2011 wird die Ausstellung in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin zu sehen sein.

Wir danken für die Unterstützung für Ausstellung und Katalog:





 

Projektleitung und Realisation: Dr. Eva Atlan, Tel: 069-21233329

Begleitprogramm:




Jüdisches Leben in Argentinien
mehr/more
weniger/less

5. Oktober 2010 – 9. Januar 2011
Ehrengast 2010 der Frankfurter Buchmesse
Museum Judengasse

Die Ausstellung zeigt verschiedene Aspekte der jüdischen Präsenz und Geschichte in Argentinien. Themen der Ausstellung sind u. a. die Einwanderung in die ländlichen Regionen Argentiniens, der Tango und die Juden, die starke Entwicklung der jüdischen Kultur in Argentinien, der Holocaust und die Militärdiktatur.

Die jüdische Gemeinschaft in Argentinien ist die größte spanischsprachige und die sechstgrößte der Diaspora. Sie hat eine intensive und kreative Lebensweise entwickelt, voller kultureller, institutioneller, sozialer und geistiger Ausdrucksformen, die sowohl ihre Besonderheit als Einwanderergruppe als auch ihre Eingliederung in die argentinische Gesellschaft als Ganzes und ihren Beitrag dazu widerspiegeln.




Neuerscheinungen

Katalog der letzten Ausstellung im Jüdischen Museum


Ausgerechnet Deutschland!
Jüdisch-russische Einwanderung in die Bundesrepublik
Hrsg. von Dmitrij Belkin und Raphael Gross
Berlin: Nicolai, 2010. 192 S., zahlreiche Abb.

24,95 €

Weitere Neuerscheinungen
Von Börne zu Reich-Ranicki. Juden und Publizistik in Frankfurt auf dem Weg in die Moderne

 




 

Kontaktdaten

Jüdisches Museum
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 212 35000
Fax: +49 (0)69 212 30705
info(at)juedischesmuseum.de

Museum Judengasse
Kurt-Schumacher-Str. 10 
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 297 74 19
Fax: +49 (0)69 212 30 705

Museumsleitung

Prof. Dr. Raphael Gross
Direktor des Jüdischen Museums und
Geschäftsführer der Kommission zur
Erforschung der Geschichte 
der Frankfurter Juden
Telefon: +49 (0)69 212 38805

Dr. Johannes Wachten
Stellvertretender Direktor, Leiter der
Abteilung Dokumentation, Judaistik
Telefon: +49 (0)69 212 38806

Fritz Backhaus
Stellvertretender Direktor, Museum
Judengasse / Börnegalerie,
Museumspädagogik / Führungen
Telefon: +49 (0)69 212 38804



 
Jüdisches Museum • Untermainkai 14/15 • 60311 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (69) 212 35000 • Fax: +49 (69) 212 30705 • Email: info(at)juedischesmuseum.de