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Das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt am Main zeigt die historische Entwicklung und die religiöse Kultur der jüdischen Gemeinden in Frankfurt vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. Das Wechselverhältnis zwischen Juden in Deutschland und ihrer Umwelt wird hier am lokalen Beispiel exemplarisch nachgezeichnet. Regelmäßige Wechselausstellungen vertiefen und ergänzen die Dauerausstellungen.

 
 

Aktuelle Meldungen

Am 4. Juni (Fronleichnam) ist das Jüdische Museum geöffnet.

Museum Judengasse bis Winter 2015/16 wegen Neugestaltung geschlossen

Highlights

Lauingers - Eine Familiengeschichte aus Deutschland / Gespräch und Lesung
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Sonntag, 31. Mai 2015, 11:00 Uhr

Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal, Willy-Brandt-Platz
Ein Gespräch mit Wolfgang Lauinger und Daniel Baranowski, Lesung mit Bettina Leder

„Lauingers. Eine Familiengeschichte aus Deutschland“ erzählt die Geschichte des 1879 in Augsburg geborenen Artur Lauinger und seines Sohnes Wolfgang.
Artur hatte dreißig Jahre lang für die renommierte „Frankfurter Zeitung“ gearbeitet, als er 1937 entlassen wurde. 1939 emigrierte er nach London und ließ seinen damals 20-jährigen Sohn in Deutschland zurück. Er sollte „dem Vaterland“, also in der Wehrmacht, dienen. 1940 wurde Wolfgang Lauinger als „Halbjude“ aus der Wehrmacht entlassen. In Frankfurt schloss er sich der Swing-Jugend an, die sehr schnell die Aufmerksamkeit der Gestapo auf sich zog. Doch auch nach der Befreiung war die Verfolgung für ihn nicht zu Ende: 1950 wurde er in Frankfurt am Main wegen des Verdachts, gegen den § 175 verstoßen zu haben, verhaftet.

Eine Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Fritz Bauer Institut, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und dem Verlag Hentrich & Hentrich


Aktuelle Veranstaltungen

Hinaus aus dem Ghetto / Führung
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Sonntag, 31. Mai 2015, 14:00 Uhr

Führung durch die Dauerausstellung mit Sissy Weirich
Jüdisches Museum


Aktuelle Ausstellungen

Judaica: Original, Replik oder Fälschung? Acht Objekte aus der Sammlung im Fokus
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26. März – 19. Juli 2015
Kabinettausstellung im 2. OG des Jüdischen Museums

Chanukka-Leuchter, Zinn, Ende 19. Jh., Nachbildung Feingießerei A. Weygang (Öhringen bei Stuttgart) nach einem Vorbild aus Horb am Neckar aus dem 18. Jh., aus der Sammlung S. Nauheim

Judaica dienen der Religionsausübung in der Synagoge und zu Hause. Manche sind speziell für den Ritus nach bestimmten halachischen Vorgaben hergestellt, andere kommen aus dem säkularen Gebrauch und sind erst durch die rituelle Handlung zu Judaica geworden.

Für die Ausstellung wurden acht Objekte aus der Sammlung des Museums ausgewählt und einander gegenübergestellt: Zum einen handelt es sich um Originale, die sowohl historisch als auch dem Ritus eindeutig zugeordnet werden konnten, zum anderen um historische Repliken und Fälschungen. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der einzelnen Objekte von der Aufnahme in die Sammlung bis zur Identifizierung.



Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
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03. Mai –  29. November 2015
Sonntags 11–14 Uhr
Hochbunker Friedberger Anlage 5/6

Diese ursprünglich im Jüdischen Museum gezeigte Ausstellung ist in einer verkleinerten Version im Geschichtsbüro Friedberger Anlage im Hochbunker zu sehen. Der 1942 errichtete Bunker steht auf den Fundamenten der größten Frankfurter Synagoge, die am 10. November 1938 zerstört und später abgerissen wurde. Die "Initiative 9. November" bemüht sich seit langem, diesen Ort zu einem Ort der Erinnerung, des Lernens und der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu machen.

Führungen
Sonntags 11.30 Uhr
Gruppen, insbesondere Schulklassen, können gern auch spezielle Termine vereinbaren: Jüdisches Museum +49 (0)69 21 27 42 37

Eintrittspreise
Eintritt: 2 Euro
Führung: 2 Euro zusätzlich

Anfahrt
S-Bahn Station Ostend, U-Bahn Station Zoo, Straßenbahnlinie 11 & 14 Allerheiligentor

Da es im Bunker auch an Sommertagen sehr kühl ist, wird entsprechende Kleidung empfohlen.


Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand zwischen Anlagenring und Tiergarten, Sandweg und Hanauer Landstraße ein neues Stadtviertel mit Wohnungen in Mietshäusern mit Höfen und Gärten. Unter den vielen Frankfurtern, die die Altstadt zugunsten dieses großzügigeren Wohnens verließen, befanden sich zahlreiche Juden. Um 1895 hatte das Ostend mit knapp 45 Prozent den höchsten Anteil an jüdischer Bevölkerung in der Stadt. Infolge des stetigen Zuzugs weiterer Familien auch von außerhalb kam es dazu, dass in bestimmten Straßen und Häusern überwiegend Juden lebten.

Rund um Sandweg und Ostend entstanden Geschäfte zur Versorgung des täglichen Bedarfs und Orte des kulturellen Lebens. Zahlreiche Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde fanden im Ostend neue, größere Gebäude. Die Synagoge an der Friedberger Anlage, die Schulen und Ausbildungsstellen der Israelitischen Religionsgesellschaft wurden zu Zentren des orthodoxen jüdischen Lebens.

Am höher gelegenen, klimatisch hervorragenden Röderbergweg erbauten wohltätige Stiftungen reicher Frankfurter Familien um die Jahrhundertwende Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser. Auch der größte Teil dieser Institutionen orientierte sich bei der Pflege und Versorgung an den Geboten des orthodoxen Judentums.

Nach 1933 zerstörte der Nationalsozialismus die Strukturen jüdischen Lebens im Ostend so schnell und tiefgreifend wie in anderen Teilen der Stadt. Die Lebensbedingungen verschlechterten sich nach dem November 1938 zusätzlich durch den erzwungenen Zuzug von Juden aus den übrigen Stadtteilen und dem Umland. Viele überlebten nur noch mit Hilfe der Wohlfahrtseinrichtungen. Ab 1941 diente die Großmarkthalle als Sammelstelle und Ausgangspunkt für die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

Die Jüdische Gemeinde, die sich nach Kriegsende konstituierte, erhielt im Ostend Liegenschaften im Baumweg, auf dem Röderbergweg und das Krankenhaus in der Gagernstraße zurück. Die Häuser dienten zunächst als Unterkünfte für die Durchreisenden, am Baumweg wurde ein Gemeindehaus mit Synagoge eingerichtet. Während der Schwerpunkt des Gemeindelebens sich seit den sechziger Jahren zunehmend in den Westen der Stadt verschob, leben heute – wie schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts – viele Neueinwanderer aus den ehemaligen GUS-Staaten im Ostend.

Die Ausstellung lädt zu einem Spaziergang durch einen weitgehend unbekannten, aber authentischen Teil der jüdischen Geschichte Frankfurts ein. Er führt durch die Straßen des Ostends, wo der Alltag der Menschen von Religion und Tradition bestimmt war und gleichzeitig den schnellen Veränderungen der Urbanisierung und Industrialisierung unterlag. Zahlreiche Fotografien und Dokumente, aber auch die Erinnerungen ehemaliger Bewohner des Ostends gewähren Einblick in ein jüdisches Viertel Frankfurts, dessen Lebenswelt heute nicht mehr existiert.

Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04, 21 23 88 05
Fax: +49 (0)69 21 23 07 05
info(at)juedischesmuseum.de
und
Initiative 9. November
Telefon: +49 (0)177  7 12 04 12
www.synagoge-friedberger-anlage.de

Ort der Ausstellung
Geschichtsbüro Friedberger Anlage / Hochbunker
Friedberger Anlage 5/6
S-Bahn-Station: Ostendstraße
U-Bahn-Station Zoo
Straßenbahn-Haltestelle: Allerheiligentor

Öffnungszeiten
Sonntags 11–14 Uhr

Führungen
Sonntags 11.30 Uhr
sowie nach Vereinbarung mit dem Jüdischen Museum,
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04

Eintritt
2 Euro, ermäßigt 1 Euro
Führung zusätzlich 1,50 Euro pro Person

Begleitbuch zur Ausstellung mit zahlreichen Abbildungen zum Preis von 12,50 Euro im Jüdischen Museum, im Bunker und über den Buchhandel


Weitere Meldungen aus dem Jüdischen Museum

Ausstellung "Gegen den Strom" wird in Rennes gezeigt [Pressemitteilung]

Raphael Gross übernimmt die Leitung des Simon-Dubnow-Instituts
Prof. Dr. Raphael Gross ist seit 1. April 2015 Leiter des Simon-Dubnow-Instituts an der Universität Leipzig. Er bleibt noch bis Ende April 2016 Direktor des Jüdischen Museums. [Pressemitteilung]

Ausstellung "Fritz Bauer. Der Staatsanwalt" in Tübingen [mehr]

Werkverzeichnis der Gemälde Ludwig Meidners wird 2016 als Gemeinschaftsprojekt des Jüdischen Museums Frankfurt und der Ludwig Meidner Gesellschaft e.V. erscheinen. [Pressemitteilung]

Buddy Elias (1925-2015)
Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Buddy Elias erfahren. [Nachruf von Raphael Gross in der FAZ]



 

Kontaktdaten

Jüdisches Museum
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 212 35000
Fax: +49 (0)69 212 30705
info(at)juedischesmuseum.de

Museum Judengasse
Kurt-Schumacher-Str. 10 
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 212 70 790
Fax: +49 (0)69 212 30 705

Museumsleitung

Prof. Dr. Raphael Gross
Direktor des Jüdischen Museums und
Geschäftsführer der Kommission zur
Erforschung der Geschichte 
der Frankfurter Juden
Telefon: +49 (0)69 212 38805

Fritz Backhaus
Stellvertretender Direktor, Museum
Judengasse / Börnegalerie,
Museumspädagogik
Telefon: +49 (0)69 212 38804

Michael Lenarz
Stellvertretender Direktor,
Abteilung Dokumentation
Telefon: +49 (0)69 212 38546

Daniela Unger
Büro der Direktion / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)69 212 38805

Weitere Ansprechpartner

Spenden für das Jüdische Museum



 
Jüdisches Museum • Untermainkai 14/15 • 60311 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (69) 212 35000 • Fax: +49 (69) 212 30705 • Email: info(at)juedischesmuseum.de