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Das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt am Main und seine Dependance Museum Judengasse am Börneplatz zeigen die historische Entwicklung und die religiöse Kultur der jüdischen Gemeinden in Frankfurt vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. Das Wechselverhältnis zwischen Juden in Deutschland und ihrer Umwelt wird hier am lokalen Beispiel exemplarisch nachgezeichnet. Regelmäßige Wechselausstellungen in beiden Häusern vertiefen und ergänzen die Dauerausstellungen.

 
 

Aktuelle Meldungen

Renovierung und Neugestaltung des Museums Judengasse
Das Museum Judengasse ist bis Herbst 2015 wegen Renovierung geschlossen. [ mehr ]

Sanierung und Erweiterung des Jüdischen Museums
Aktuelle Informationen zum Planungsstand finden Sie hier.

Digitalisierung von Manuskripten des Jüdischen Museums
In Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Frankfurt im Rahmen der Europeana beginnt das Jüdische Museum ein Digitalisierungsprojekt von  Manuskripten aus der eigenen Sammlung. [ mehr ]

Highlights

„Ich selbst lebe als Bettler in London“ / Lesung
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Mittwoch, 03. September 2014, 19:00 Uhr

Eine Lesung aus der Korrespondenz 1939–48 zwischen Rudolf und Ludwig Heilbrunn
mit Jochen Nix und Christoph Pütthoff, Einführung: Heike Drummer
Jüdisches Museum

Mit dem Nachlass von Dr. Rudolf Heilbrunn (1901–1998) beherbergt das Jüdische Museum Frankfurt ein bedeutendes Archiv und eine wertvolle Privatbibliothek. Ein Aktenordner mit der Aufschrift „Briefe Papa 1939–1948“ enthält die Korrespondenz zwischen Rechtsanwalt Dr. Ludwig Heilbrunn und seinem Sohn Rudolf. Sie zeugt eindrücklich von den prekären Verhältnissen, in die sich die bekannte Frankfurter Familie während der NS-Zeit fügen musste.
Dem verwitweten Vater war 1939 im Alter von knapp 70 Jahren die Flucht in das britische Exil geglückt; krank, einsam und völlig mittellos lebte er in London, während sein Sohn Robert in die USA emigrieren konnte. Der ältere Sohn Rudolf wurde in den Niederlanden in das Internierungslager Westerbork verschleppt; er überlebte den Zweiten Weltkrieg in Holland.

Aus dem Archiv des Jüdischen Museums

Eintritt: 5 EUR, ermäßigt: 2,50 EUR


Aktuelle Veranstaltungen

Sondergerichts-Akte 86/43. Rechtsprechung im Namen des deutschen Volkes / Film
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Sonntag, 07. September 2014, 18:00 Uhr

Filmvorführung mit Carl Bringer und Georg D. Falk
Finissage zur Ausstellung Fritz Bauer. Der Staatsanwalt
Jüdisches Museum

1943 wurde die 24-jährige russische Fremdarbeiterin Valentina Archipowa wegen "Entwendung von zwei Metern angesengten Stoffes" von einem Frankfurter Sondergericht zum Tod durch das Fallbeil verurteilt. Reinhard Ruttmann produzierte in den sechziger Jahren eine Dokumentation des Falles, in der er prozessbeteiligte Augenzeugen und den damaligen Sonderrichter vor die Kamera holte.
Zur Filmvorführung werden der damalige Redakteur des Hessischen Rundfunks Carl Bringer und Dr. h.c. Georg D. Falk, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht, anwesend sein. Vor der Veranstaltung besteht zum letzten Mal bei verlängerter Öffnungszeit die Möglichkeit, die Ausstellung zu Fritz Bauer zu besuchen.

Mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Rundfunks


Aktuelle Ausstellungen

Fritz Bauer - Der Staatsanwalt
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10. April – 07. September 2014
Jüdisches Museum

Fritz Bauer 1965, © fotografie stefan moses, München

Fritz Bauer gehört zu den juristisch einflussreichsten jüdischen Remigranten im Nachkriegsdeutschland. Als hessischer Generalstaatsanwalt, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte, hat er bundesrepublikanische Geschichte geschrieben.

Die Ausstellung nimmt den Prozess, der sich 2013 zum fünfzigsten Mal jährte, zum Anlass, Fritz Bauer einem größeren Publikum vorzustellen. Bauers Leben blieb nicht unberührt von den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung dokumentiert seine Lebensgeschichte im Spiegel der historischen Ereignisse, die ihn auch persönlich betrafen. Als Jude blieb Fritz Bauer vom Antisemitismus nicht verschont. Als Sozialdemokrat glaubte er dennoch an den Fortschritt, dann trieben ihn die Nationalsozialisten für 13 Jahre ins Exil. Als Generalstaatsanwalt hat er das überkommene Bild dieses Amtes revolutioniert. Nicht der Gehorsam der Bürger gegenüber dem Staat stand im Vordergrund. Bauer verstand sich stets als Vertreter der Menschenwürde, vor allem auch gegen staatliche Gewalt – ein großer Schritt auf dem Weg der Demokratisierung in der frühen Bundesrepublik.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Eine Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut und dem Thüringer Justizministerium

Gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die FAZIT-STIFTUNG sowie Christiane und Nicolaus Weickert



Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
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27. April –  30. November 2014
Sonntags 11–14 Uhr
Hochbunker Friedberger Anlage 5/6

Diese ursprünglich im Jüdischen Museum gezeigte Ausstellung ist in einer verkleinerten Version im Geschichtsbüro Friedberger Anlage im Hochbunker zu sehen. Der 1942 errichtete Bunker steht auf den Fundamenten der größten Frankfurter Synagoge, die am 10. November 1938 zerstört und später abgerissen wurde. Die "Initiative 9. November" bemüht sich seit langem, diesen Ort zu einem Ort der Erinnerung, des Lernens und der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu machen.

Führungen
Sonntags 11.30 Uhr
Gruppen, insbesondere Schulklassen, können gern auch spezielle Termine vereinbaren: Jüdisches Museum +49 (0)69 21 27 42 37

Eintrittspreise
Eintritt: 2 Euro
Führung: 2 Euro zusätzlich

Anfahrt
S-Bahn Station Ostend, U-Bahn Station Zoo, Straßenbahnlinie 11 & 14 Allerheiligentor

Da es im Bunker auch an Sommertagen sehr kühl ist, wird entsprechende Kleidung empfohlen.


Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand zwischen Anlagenring und Tiergarten, Sandweg und Hanauer Landstraße ein neues Stadtviertel mit Wohnungen in Mietshäusern mit Höfen und Gärten. Unter den vielen Frankfurtern, die die Altstadt zugunsten dieses großzügigeren Wohnens verließen, befanden sich zahlreiche Juden. Um 1895 hatte das Ostend mit knapp 45 Prozent den höchsten Anteil an jüdischer Bevölkerung in der Stadt. Infolge des stetigen Zuzugs weiterer Familien auch von außerhalb kam es dazu, dass in bestimmten Straßen und Häusern überwiegend Juden lebten.

Rund um Sandweg und Ostend entstanden Geschäfte zur Versorgung des täglichen Bedarfs und Orte des kulturellen Lebens. Zahlreiche Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde fanden im Ostend neue, größere Gebäude. Die Synagoge an der Friedberger Anlage, die Schulen und Ausbildungsstellen der Israelitischen Religionsgesellschaft wurden zu Zentren des orthodoxen jüdischen Lebens.

Am höher gelegenen, klimatisch hervorragenden Röderbergweg erbauten wohltätige Stiftungen reicher Frankfurter Familien um die Jahrhundertwende Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser. Auch der größte Teil dieser Institutionen orientierte sich bei der Pflege und Versorgung an den Geboten des orthodoxen Judentums.

Nach 1933 zerstörte der Nationalsozialismus die Strukturen jüdischen Lebens im Ostend so schnell und tiefgreifend wie in anderen Teilen der Stadt. Die Lebensbedingungen verschlechterten sich nach dem November 1938 zusätzlich durch den erzwungenen Zuzug von Juden aus den übrigen Stadtteilen und dem Umland. Viele überlebten nur noch mit Hilfe der Wohlfahrtseinrichtungen. Ab 1941 diente die Großmarkthalle als Sammelstelle und Ausgangspunkt für die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

Die Jüdische Gemeinde, die sich nach Kriegsende konstituierte, erhielt im Ostend Liegenschaften im Baumweg, auf dem Röderbergweg und das Krankenhaus in der Gagernstraße zurück. Die Häuser dienten zunächst als Unterkünfte für die Durchreisenden, am Baumweg wurde ein Gemeindehaus mit Synagoge eingerichtet. Während der Schwerpunkt des Gemeindelebens sich seit den sechziger Jahren zunehmend in den Westen der Stadt verschob, leben heute – wie schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts – viele Neueinwanderer aus den ehemaligen GUS-Staaten im Ostend.

Die Ausstellung lädt zu einem Spaziergang durch einen weitgehend unbekannten, aber authentischen Teil der jüdischen Geschichte Frankfurts ein. Er führt durch die Straßen des Ostends, wo der Alltag der Menschen von Religion und Tradition bestimmt war und gleichzeitig den schnellen Veränderungen der Urbanisierung und Industrialisierung unterlag. Zahlreiche Fotografien und Dokumente, aber auch die Erinnerungen ehemaliger Bewohner des Ostends gewähren Einblick in ein jüdisches Viertel Frankfurts, dessen Lebenswelt heute nicht mehr existiert.

Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04, 21 23 88 05
Fax: +49 (0)69 21 23 07 05
info(at)juedischesmuseum.de
und
Initiative 9. November
Telefon: +49 (0)177  7 12 04 12
www.synagoge-friedberger-anlage.de

Ort der Ausstellung
Geschichtsbüro Friedberger Anlage / Hochbunker
Friedberger Anlage 5/6
S-Bahn-Station: Ostendstraße
U-Bahn-Station Zoo
Straßenbahn-Haltestelle: Allerheiligentor

Öffnungszeiten
Sonntags 11–14 Uhr

Führungen
Sonntags 11.30 Uhr
sowie nach Vereinbarung mit dem Jüdischen Museum,
Telefon: +49 (0)69 21 23 88 04

Eintritt
2 Euro, ermäßigt 1 Euro
Führung zusätzlich 1,50 Euro pro Person

Begleitbuch zur Ausstellung mit zahlreichen Abbildungen zum Preis von 12,50 Euro im Jüdischen Museum, im Bunker und über den Buchhandel


Kommende Ausstellungen

Lea Grundig – Kritische Künstlerin und Visionärin. Grafiken aus den 1930er Jahren
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11. September bis 7. Dezember 2014
Kabinettausstellung im 2. OG des Jüdischen Museums

Lea Grundig, Pogrom, 1935, Blatt 5 aus der Folge „Der Jude ist schuld“, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

2006 schenkte die Akademie der Künste Berlin dem Jüdischen Museum rund 45 Grafiken der Künstlerin Lea Grundig. Die Ausstellung zeigt einen Teil dieser Radierungen, darunter  Arbeiten aus dem Zyklus „Unterm Hakenkreuz“ von 1935, die die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten kommentieren und die Veränderungen im Alltag reflektieren. Aber auch Motive, die die Verfolgung und Gefangenschaft thematisieren.

Ebenfalls zu sehen sind Radierungen aus „Krieg droht“, entstanden in den Jahren zwischen 1935 und 1937, sie zeigen, wie sich das Unheil ankündigt und in visionären Darstellungen die schrecklichen Ausmaße des Kriegsalltags vergegenwärtigt. Es handelt sich nicht um Schilderungen von Erlebten, sondern es sind warnende Sinnbilder. Ebenfalls 1935 entsteht die Serie „Der Jude ist schuld“ in dem Lea Grundig gleichzeitig die Ebenen von persönlicher Diffamierung und allgemeiner Bedrohung und Verfolgung miteinander verschmilzt und ihr ohnmächtiges Ausgeliefertsein reflektiert.

Im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen



Im Licht der Menora. Jüdisches Leben in der römischen Provinz
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11. Dezember 2014 – 10. Mai 2015
Jüdisches Museum

Ring aus Kaiseraugst, 4. Jh., © Römermuseum Augst

Archäologische Funde nördlich der Alpen, die auf jüdische Siedlungen schließen lassen, sind rar. Historische Quellen wie das Dekret Kaiser Konstantins von 321 über die jüdische Gemeinde Köln belegen jedoch, dass Juden in dieser Region des Römischen Reichs lebten.

Neue Funde, die die lang gesuchte Verbindung zwischen archäologischen und geschichtlichen Zeugnissen herstellen, inspirierten zu dieser Ausstellung. Sie folgt dem „Licht der Menora“, dem spätantiken Leitsymbol des Judentums, ausgehend von Rom und dem Tempelraub in Jerusalem bis in die heutige Schweiz, nach Österreich, aber auch Ungarn und schließlich ins ehemalige Germanien.

Die einzelnen Objekte erschließen sich nur im Zusammenhang mit anderen Funden und legen die Interpretation nahe, dass es sich bei der kulturell vielseitigen antiken Gesellschaft, auf die die Ausstellung den Blick öffnet, um ein europäisches Phänomen handelte.

Eine Kooperation mit der Römisch-Germanischen Kommission



Hermann Struck und Jakob Steinhardt. Radierungen
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9. Dezember 2014 - 22. März 2015
Kabinettausstellung im 2. OG des Jüdischen Museums

Jakob Steinhardt, Lichtersegen (zum Schabbat), 1920, (Ausschnitt) Kaltnadelradierung, Ankauf gefördert durch das Kuratorium Kulturelles Frankfurt

Die herausragenden Künstler Hermann Struck und Jakob Steinhardt bilden einen Schwerpunkt der grafischen Sammlung des Jüdischen Museums – ergänzt nun, dank der großzügigen Schenkung des Kuratoriums Kulturelles Frankfurt, um ein Konvolut von Originalradierungen beider Künstler, von denen hier eine Auswahl gezeigt wird.
Hermann Struck, geboren 1876 in Berlin, gestorben 1944 in Haifa, stand der Berliner Secession um Max Liebermann und Lovis Corinth nahe. Sehr früh erzielte er mit seiner Kunst, in der sich sein zionistisches Engagement widerspiegelt, Erfolg. Um die Jahrhundertwende prägten seine Drucke die grafische Kunst in Deutschland, als diese begann, als eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmittel anerkannt zu werden. Auch Jakob Steinhardt, geboren 1887 in Zerkow in Posen, gestorben 1968 in Naharya in Israel, wurde maßgeblich beeinflusst von Lovis Corinth. Ihm verdankte er seine Neigung, symbolische und biblische Themen in avantgardistischer Weise künstlerisch umzusetzen. Bei Struck erlernte Steinhardt druckgrafische Techniken und kam mit den Ideen des Zionismus in Berührung. Neben Struck wurde er zu einem der überzeugendsten Darsteller der ostjüdischen Welt.



Neuerscheinungen

Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.
Hrsg: Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross
Frankfurt/New York: Campus Verlag, 2014, 300 Seiten, zahlreiche Abbildungen

29,90 €

Bestellungen dieses Katalogs bei:
info(at)karl-marx-buchhandlung.de
oder über den örtlichen Buchhandel


Moritz Pinner (USA) an Adolf Pinner (Berlin)
Briefe eines jüdischen Deutsch-Amerikaners an seinen Bruder in Deutschland (1863–1919)

Von Karola Nick, Katherine Wolff, Michael Lenarz
Verlag BoD – Books on Demand, 2013, 196 Seiten
ISBN 978-3732237753
20,80 € (nur im Buchhandel erhältlich)




 

Kontaktdaten

Jüdisches Museum
Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 212 35000
Fax: +49 (0)69 212 30705
info(at)juedischesmuseum.de

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Kurt-Schumacher-Str. 10 
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Museumsleitung

Prof. Dr. Raphael Gross
Direktor des Jüdischen Museums und
Geschäftsführer der Kommission zur
Erforschung der Geschichte 
der Frankfurter Juden
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Fritz Backhaus
Stellvertretender Direktor, Museum
Judengasse / Börnegalerie,
Museumspädagogik
Telefon: +49 (0)69 212 38804

Michael Lenarz
Stellvertretender Direktor,
Abteilung Dokumentation
Telefon: +49 (0)69 212 38546

Daniela Unger
Büro der Direktion / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)69 212 38805

Weitere Ansprechpartner



 
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